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8. Eberl Chiemsee Triathlon: Der Bericht eines Rookies auf der Mitteldistanz

Als wir vor fast 4 Jahren dem Verein beigetreten sind, hatte ich fast keine Erwartungen. All dies geschah nur auf Wunsch einer einzelnen Dame, die gerne ein wenig mehr schwimmen wollte. Damit hatte ich allerdings gar nichts am Hut.  Ich fahr ganz ordentlich Rad und bei entsprechendem Training geht auch das Laufen halbwegs gut. Schwimmen war für mich der absolute Nightmare. Es hat mir keinen Spaß gemacht und bei dem Versuch, eine Bahn zu kraulen, wäre ich beinah ertrunken. An unserem ersten Abend hat Bernd sich große Mühe gegeben, mir das Thema schmackhaft zu machen. Vergeblich !!

Allerdings habe ich aber auch gemerkt, dass ich die Situation nicht aussitzen kann. Maria war fest entschlossen dem Verein beizutreten. Da mein zweiter Vorname „Gehorsam“ ist, bin ich ihr gefolgt. Der Anfang war wirklich schwer. Aber mit Hilfe von Bine und Martin konnte ich die ersten kleinen Fortschritte machen. Der ein oder andere von Euch hat damals prophezeit: „Warte mal ab! In einigen Monaten schwimmst Du problemlos 1000m am Stück.“ Damals für mich unvorstellbar. Aber es kam so. Wir haben im Winter 2015/2016 zusätzlich die Schwimmschule besucht und die zurückgelegten Distanzen wurden immer länger. Ich kürze das hier dann ein wenig ab. Das Highlight war als ich im letzten Jahr im Walldorfer See 3,8km ohne Neo geschwommen bin. Ich wusste jetzt: Ich werde zwar nie mehr ein wirklich guter Schwimmer, aber die Distanzen sind nicht mehr das Problem.

Am Sonntag habe ich meinen insgesamt 5 Triathlon absolviert. Inspiriert dazu hat mich Manuel, der im letzten Jahr von der Veranstaltung am Chiemsee geradezu geschwärmt hat. Damals war das kurz vor dem City Triathlon und die Halbdistanz schien mir unerreichbar. Aber irgendwie hat mich das Thema auch nicht losgelassen, so dass ich mich nach einigen Gesprächen dazu entschlossen habe, den Versuch zu wagen. Ich habe dann Anfang November 2018 mit den Vorbereitungen begonnen. Ich erspare Euch mal die Einzelheiten, aber das ging soweit, dass ich in den letzten Wochen zweimal in der Woche um 5:00 Uhr aufgestanden bin, um mit Nadja, Maria und manchmal auch Jutta und Tanja als stiller Zuhörer zu laufen. Bis dato unvorstellbar.

Jetzt rückte der Chiemsee immer näher. Aber erstaunlicherweise hielt sich die Nervosität bis zuletzt absolut in Grenzen. Das „Nervös-Sein“ hat Maria für mich übernommen. Wir sind dann am Freitag angereist, um entgegen der ein oder anderen Empfehlung die Radstrecke am Samstag einmal langsam abzufahren. Manuel hatte recht: schon die Radstrecke war sehr schön. Insgesamt machte auch die gesamte Organisation auf mich einen professionellen Eindruck.

Und da waren ja noch meine Mitstreiter Nadja, Manuel, Reini und Norbert. Am Samstagabend haben wir uns zum Essen in einem netten Lokal am Rande der Fahrradstrecke. Der Abend war für alle natürlich kurz, da alle am nächsten Morgen ausgeruht an den Start gehen wollten.

Sonntagmorgen hieß es um 5:30 Uhr Aufstehen und ich bin immer noch nicht nervös. Jetzt beginnt die Vorbereitung: Erstmal richtig essen und trinken. So gegen 7:15 haben wir Nadja und Manuel getroffen und sind zum See gefahren. Dort haben wir Claudia, Norbert sowie Doro und Reini getroffen. Obwohl ich mir sicher bin, dass unter den Startern und auch den Supportern viel Nervosität herrscht, wirkt  alles ziemlich ruhig. Irgendwie ist jeder mit sich selber beschäftigt. Die letzten Vorbereitungen werden gemacht und um 9:00 Uhr geht es an den ersten Start. Es wird wahrscheinlich ein harter Tag. Ein  Novum, dass der Chiemsee im Juni schon 25 Grad hat. Bedeutet aber, dass ohne Neo gestartet wird. Zudem soll es einer der heißesten Tage in diesem Jahr werden.

Nachdem wir uns alle abgeklatscht und alles Gute gewünscht haben, ist der Start pünktlich erfolgt. Die Mädels also auch Nadja sind 5 Minuten später ins Wasser gesprungen. Ich weiß natürlich nicht wie die anderen sich gefühlt haben, deshalb kann ich nur von mir erzählen. Das Schwimmen hätte ich mir besser gewünscht. Ich war deutlich langsamer als sonst üblich und habe auch mal die falsche Boje angeschwommen ☹. Auf dem Rad habe ich mich zumindest in der ersten Runde wohl gefühlt. Im zweiten Abschnitt gab es dann gefühlt deutlich mehr Wind und es hat mir etwas Dampf gefehlt. Ich hätte mir den Radmarathon beim Giro Hattersheim eine Woche zuvor vielleicht doch ersparen sollen 😊. Am Anfang der Laufstrecke hatte ich die Sorge, ob ich unter diesen Bedingungen die 20 km schaffen würde. Aber es hat gereicht. Die erste der 4 Runden war wirklich schwer. Runde 2 u. 3 ging dann ganz gut. Auch die Anwohner haben mitgeholfen. Der zweite Teil der Laufrunde  war in der prallen Sonne. Wir wurden mit Gartenschläuchen und Wasserhydraten abgekühlt und mächtig angefeuert. Sehr sympathisch.

In der 4. Runde war dann die Luft raus, aber um meine erste Halbdistanz nach 6:27h zu beenden, hat es gereicht.

Ich glaube, wir können alle zufrieden sein, das Ding unter diesen Umständen beendet zu haben und jeder hat sein Highlight.

Reini war der erste aus dem Wasser.
Manuel ist super Rad gefahren (Das neue Zeitfahrrad kommt auf jeden Fall wieder weg).
Nadja hat ein Riesenwettkampf abgelegt und die Damenwertung in Ihrer Altersklasse gewonnen.
Norbert hat eine beachtliche Zeit bei der Olympischen Distanz geschafft.

Und ich bin nur froh und dankbar, unter diesen Bedingungen angekommen zu sein.

Mein Fazit;
Glückicherweise hat sich Maria vor fast 4 Jahren durchgesetzt und wir sind  den Treetops beigetreten. Wir haben dort viele tolle Menschen kennengelernt und mit einigen verbindet uns schon mehr als nur der Sport.

Verfasser: Eric Wirtz